Prof. Dr. Claudia Warning: Was macht Hilfe wirklich wirksam?

Shownotes

Wie können wir Menschen in Krisensituationen unterstützen und gleichzeitig ihre Selbstbestimmung stärken? Was braucht es, damit humanitäre Hilfe nicht nur kurzfristig wirkt, sondern langfristig Perspektiven schafft?

In dieser Folge von Grad° Global spricht Moderatorin Anja Backhaus mit Prof. Dr. Claudia Warning, Präsidentin von CARE Deutschland e.V., über Menschlichkeit, globale Solidarität und die Frage, was gute Entwicklungszusammenarbeit ausmacht.

Seit 80 Jahren steht CARE für Hilfe über Grenzen hinweg. Was einst mit Lebensmittelpaketen begann, hat sich zu vielfältigen Formen humanitärer Hilfe entwickelt. Heute enthalten CARE-Pakete unter anderem Wasserfilter, Hygieneartikel und andere wichtige Alltagsgegenstände. Claudia Warning erklärt, warum diese Form der Unterstützung die Selbstbestimmung stärkt und wie CARE darüber hinaus mit langfristigen Projekten nachhaltige Perspektiven schafft.

Im Gespräch geht es außerdem darum, wie sich Menschen besser auf Katastrophen vorbereiten können, warum die Stärkung von Frauen und Mädchen ganze Gemeinschaften voranbringt und weshalb erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit vor allem eines braucht – die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort.

Eine Folge über Verantwortung, Menschlichkeit und die Frage, wie aus Hilfe nachhaltige Veränderung entstehen kann.

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00:00:00: In Grad Global, dem Podcast der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima sprechen Menschen mit Ideen.

00:00:35: Mein Gast heute ist Professorin Claudia Warning und mit ihr spreche ich über den Kit, der unsere Gesellschaft zusammenhält.

00:00:43: Der alle Gesellschaften dieser Erde zusammenhält nämlich Menschlichkeit.

00:00:48: Menschlichkeit kommt dann zum Tragen wenn wir anderen helfen und zwar auch über Grenzen und ich sag mal Vorbehalte hinweg.

00:00:55: also wenn wir Menschen in Not unterstützen ohne zu fragen welche Partei sie wählen welcher Religion oder welcher Kultur Sie zugehören.

00:01:03: Und eine der größten Hilfsaktionen der Nachkriegszeit, die von Menschlichkeit geprägt war, Die in den letzten Jahren gegründet wurde, das war bedingungslose Hilfe von Mensch zu Mensch über ehemalige Feindeslinien hinweg.

00:01:22: Wieso CARE heute immer noch aktiv und dringend notwendig ist?

00:01:27: Das ist Thema unseres heutigen Podcasts und ich freue mich, dass Claudia Warning da ist, die gilt als eine der prägendsten und wichtigsten Stimmen der Entwicklungszusammenarbeit und ist Präsidentin von CARE Deutschland.

00:01:38: Hallo und herzlich willkommen bei Grad Global Frau Warning!

00:01:44: Frau Warning, lassen Sie uns doch noch einmal kurz in der Geschichte zurückgehen.

00:01:47: Ins Jahr nineteenhundertsechsundvierzig was hat die Gründer der Initiative damals dazu bewegt Menschen zu helfen und zwar auch den Menschen, die mitverantwortlich waren für einen grausamen Krieg?

00:02:00: Ja sie hatten ja eben gesagt das sagt C am Anfang für Corporative Stand.

00:02:05: da gab es eine zwanzig Organisation etwa die Hälfte davon Kirchen Wie gesagt haben.

00:02:12: wir müssen dem niedergeschlagenen Europa einschließlich dem Aggressor Deutschland jetzt helfen wieder aufzustehen und zu überleben, damit sie gerechte und gesunde Gesellschaften aufbauen können.

00:02:27: Ein Akt der Versöhnung, der mich bis heute berührt muss ich sagen.

00:02:31: Es war damals von Mensch zu Mensch.

00:02:34: das heißt diese Kooperative sammelte die Gegenstände ein und die Pakete ein in hunderttausenden hier nach Europa gebracht wurden.

00:02:45: Man konnte damals, wenn man in den USA lebte, Überkehr beispielsweise Pakete direkt an seine Verwandten oder Freunde im Europa schicken und senden aber das weiterte sich dann auch.

00:03:00: Es war da nicht mehr Verwandte zu Verwandte, Freunde zu Freunden sondern Mensch zu Mensch.

00:03:06: Und das ist ein Akt der glaube ich Bis heute berührt, der bis heut auch seine Gültigkeit hat.

00:03:14: Und viele unserer... Derjenigen die uns heute unterstützen handeln mit genau dem gleichen Willen zu sagen es kann nicht sein dass Menschen die von Krieg und Katastrophen von Armut betroffen sind ohne Hilfe bleiben.

00:03:28: wir wollen und können was tun.

00:03:30: Ja sie sagten gerade Berühren.

00:03:32: ich finde auch das ist bewegend und ein zutiefst menschliches Verhalten.

00:03:37: anderen in Not zu helfen.

00:03:38: Würden Sie das sagen, steht der Mensch Ihrer Meinung nach grundsätzlich in der Verantwortung anderen zu helfen die Notleiden?

00:03:46: Ähm... Sie sehen im Hintergrund des Kreuz ja!

00:03:51: Ich verstehe mich schon als Christiane natürlich auch wenn man nicht Christ ist.

00:03:56: andere Religionen kennen das genauso.

00:03:59: Das unterstützen von Nächsten zum nächsten auch wenn er nicht Nächste Door in der nächsten Tür lebt gehört, glaube ich zu den Ur-Menschlisten.

00:04:11: Also diese Solidarität ist einfach im Menschen mit verankert.

00:04:15: Genauso wie andere nicht so schulde Dinge im Menschen verankern sind.

00:04:18: aber dieser positive Impuls ist bei den Menschen mitverankert und das erleben wir seit achtzig Jahren immer wieder.

00:04:26: Ich behalte das im Hinterkopf was Sie jetzt gerade gesagt haben und würde dann doch erstmal kurz noch mal darüber sprechen, was CARE heute leistet.

00:04:34: Also die Situation damals war eine besondere.

00:04:37: Europa hat sich aber im Laufe der Jahrzehnte stabilisiert.

00:04:40: Deutschland wurde wieder aufgebaut.

00:04:42: Wieso ist die Arbeit von CARE immer noch wichtig?

00:04:44: Wen unterstützen Sie aktuell mit der Arbeit?

00:04:47: Sie sagten, Europa hat es wieder aufgebaut Mit der Folge dass sich in Europa in vielen Ländern tatsächlich auch ein CARE gebildet hat.

00:04:55: Deswegen gibt es einen CARE Deutschland das in den Achtziger Jahren gegründet wurde und das heute in einer Konfideration mit insgesamt zwanzig Kehrs weltweit zusammen diese Hilfe leistet.

00:05:09: Was machen wir nach wie vor im Kriegsgebieten unterstützen?

00:05:14: Im Sudan, im Jemen, im Gaza, in Somalia wo auch immer Krieg ist und zwar auch da über feindes Linien hinweg.

00:05:24: Da wo Mütter um das Überleben ihrer Kinder kämpfen, da wo Menschen versuchen Wasser, Nahrung zu finden und so weiter.

00:05:32: Mukaine zum Beispiel ist eine riesige Operation die wir haben entlang der Frontlinie.

00:05:39: Und worin besteht dann die Hilfe von CARE immer auch noch in CARE-Paketen?

00:05:42: Also die Versorgung mit Lebensmitteln, Kleidungen, Medikamenten?

00:05:47: Ja es gibt das CARE Paket nach wie vor.

00:05:50: Das hat sich natürlich gewandelt.

00:05:52: Das CARE Parkett ist heute kein... Papkarton mehr in den Nahrungsmittel sind, das kann ich auch gleich noch erklären wenn Sie möchten.

00:05:59: Sondern es sind heute wasserdichte leicht tragbare Taschen, in denen wir die Grundausstattung haben, die eben nicht Lebensmittel sind sondern da sind beispielsweise drin Decken, die warm halten Seile mit denen man notstürftige Unterköfte bauen können Wasseraufbereitungskits, Filter, Wassertabletten, Behältnisse.

00:06:28: Da ist das sogenannte Dignity-Kit drin in dem Menstruationshygiene-Artikel sind.

00:06:35: Das wird nämlich euch vergessen dass Frauen in solchen Situationen ganz besonders große Schwierigkeiten haben.

00:06:42: Da sind Wäscheklammern drin da sind Dinge die man braucht aber eben keine Lebensmittel mehr.

00:06:47: und warum?

00:06:49: Lebensmittel verderben leicht sind leicht regen oder Wasser ausgesetzt.

00:06:57: Wir haben Schwierigkeiten, die zu lagern sie entsprechend verhalten und wir versuchen dann über sogenannte Cashbeiträge also Bargeld Auszahlungen an die Menschen damit Sie in lokalen Märkten sich die Lebensmittel besorgen können.

00:07:14: Damit zerstören wir keine lokalem Märkte sondern fördern diese Und die Menschen können selber sehen je nach kulturellen Umfeld nach Essgewohnheiten, nach Familiengrößen.

00:07:26: Wie sie sich die Lebensmittel dann zusammenstellen?

00:07:28: Kochgeschirr ist aber in unserem Kerlpaket wieder drin und übrigens auch ein kleines Solarpennel damit Sie ja Hände wieder aufladen können.

00:07:37: Dinge, die man heute braucht.

00:07:39: Dinge ,die wir als selbstverständlich im unserem Alltag nutzen.

00:07:44: und das was Sie aufgezählt haben zeigt auch mal wie notleidend manche Menschen sind.

00:07:49: global Zu Ihrer Arbeit noch, was ich spannend finde.

00:07:53: Es gibt auch Projekte die in Krisenregion präventiv wirken.

00:07:57: also das nennt sich dann antizipierende humanitäre Hilfe.

00:08:00: Das finde ich so spannend!

00:08:01: Also wie können Sie abschätzen dass man frühzeitig helfen muss?

00:08:04: Bevor eine Katastrophe kommt?

00:08:06: Wie erkennen sie das, dass sich deine Katastrophen anbahnen?

00:08:10: Heute sind ja viele Katastrofen wetterbedingt klimabedingt.

00:08:15: Das ist doch einer der Gründe warum wir uns so gegen die Klimakrise stemmen weil sie Katastrophen und Armut induzieren.

00:08:23: Und da kann man relativ schnell sehen, wenn man sich die weltweiten Klimadaten anguckt, dass es auf der Welt bestimmte Hotspots gibt.

00:08:31: So ist immer wieder zur Überschwemmung, immer wieder zu Dürren kommt.

00:08:36: Da kann man schon mal einen Vorbauen.

00:08:37: Man weiß jetzt inzwischen das in Nepal beispielsweise Flustel gefährdet sein können.

00:08:44: Wir hatten inzwischen die dritte Welle, die abging.

00:08:46: ich habe letzte Woche mit unserer Büroleitung in Nepal gesprochen, der die Tränen im Augenstand als jetzt wieder eine Welle herunterkam und wieder Hunderte von Leben verloren gegangen sind.

00:09:02: Wir wissen inzwischen dass das ein Problem ist.

00:09:04: also wird da versucht sozusagen die Gemeinschaften darauf vorzubereiten ihn zu erklären schaut mal ihr lebt in einem gefährdeten Bereich.

00:09:13: Ihr könnt beispielsweise versuchen eure Häuser höher zu setzen versuchen und zu sehen, wie sie die Wetterdaten... Dinge, die viel mit Aufklärung, viel mit Wissen zu tun haben.

00:09:27: Aber auch mit der technischen Vorbereitung.

00:09:29: Wie lager ich mein Saatgut?

00:09:33: Dass es trocken bleibt!

00:09:35: Wo kann ich meine Tiere unterbringen wenn das Wasser kommt?

00:09:39: Wo sind die nächsten Hilfs- und Anlaufstationen?

00:09:42: Und so weiter und sofort.

00:09:43: also man kann sich Vorbereiten.

00:09:46: das verhindert das Unwetter nicht.

00:09:48: Das verhindern die Flutwelle nicht, aber es hilft den Menschen besser damit zurechtzukommen und das ist glaube ich heutzutage unabdingbar dass man so vorgeht.

00:10:00: auch die Frage wie kann man sich denn untereinander helfen?

00:10:03: Wir machen's immer in den Gemeinschaften vor Ort.

00:10:07: Das sind sowieso was wir First Responders nennen also diejenigen die zunächst da sind.

00:10:12: Es ist ja nicht kehr sondern die Gemeinschaften selber, die sich gegenseitig helfen und dann kommen wir rein.

00:10:19: Also das ist ganz wichtig mit den Menschen vor Ort zusammenzuarbeiten und ihnen nicht einfach Geld zuzuschmeißen und so sagen macht was damit?

00:10:26: Nein

00:10:28: also wie gesagt es ist immer begleitende Hilfe auch bei der Gemeinschatsbildung und beim Wissenschaftsbau.

00:10:38: Wie wird ihre Arbeit finanziert?

00:10:42: Gute Frage.

00:10:43: Wir haben einen bunten Mixangebern, wir haben lange Zeit großzügige Hilfe der Regierungen erhalten in den Ländern, in denen wir als Kerl nicht nur arbeiten sondern ansächlich sind wie beispielsweise hier in Deutschland von der Deutsch Regierung.

00:11:00: da bekommen wir nach wie vor auch großzwägige Hilfe für die humanitäre Hilfe vom Auswärtigen Herrbent, für die langfristige Hilfe vom Entwicklungsministerium.

00:11:11: Wir haben sehr lange, sehr viel von der amerikanischen Regierung bekommen.

00:11:15: Die fällt fast komplett aus!

00:11:18: So das ist so.

00:11:19: der eine Teil Einstandbein aber ein großes weiteres Standbein sind halt sie und ich ganz normale Nachbarn Menschen die bereit sind zu helfen.

00:11:32: Weihnachten bekommt ihr fünfzig Euro, oder ich habe einen Dauerauftrag bei euch.

00:11:35: Oder meine nächste Geburtstagsfeiere zu euren Gunsten veranstaltet.

00:11:40: letzte Woche hatten wir von der Trauerfeier Beiträge bekommen.

00:11:45: es gibt unheimlich viele Möglichkeiten.

00:11:48: das sind die vielen vielen Zehntausenden Von Einzelspendern und dann aber auch Großspenderunternehmen Stiftungen also ein bunter Mix von Institutionen und Menschen die sehen Es muss etwas getan werden und wir können auch was tun.

00:12:04: Da sind wir wieder bei dem Punkt am Anfang, wo Sie sagen das der Mensch auch in der Verantwortung steht anderen zu helfen oder dass das ein zutiefst menschliches Verhalten ist.

00:12:13: Sie haben es jetzt gerade relativ positiv abgebildet aber ich erlebe und beobachte schon, dass zum Beispiel der Etat des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung um siebenundzwanzig Prozent gekürzt wurde und die Mittel für humanitäre Hilfe sogar um siebzig Prozent.

00:12:28: Also um siebzig Prozent wurden die Mittel gekürzt.

00:12:31: Das sind auch Entwicklungen, die Sie gesagt haben in Amerika ganz dramatisch, die wir halt auch in vielen anderen Ländern beobachten.

00:12:37: Was meinen Sie denn wie es dazu kommen konnte dass ausgerechnet die Gelder für humanitäre Hilfe gekürzte werden?

00:12:46: Die Frage muss man sich stellen.

00:12:48: das stimmt ich habe es positiv dargestellt und Es war auch über viele Jahrzehnte positiv.

00:12:53: wachsende Mittel wachsende Unterstützung, wir erleben seit zwei drei Jahren einen Gegentrend.

00:13:01: Das Gefühl unserer Politiker offensichtlich zu sagen Wir brauchen das Geld jetzt hier in Deutschland oder bei der amerikanischen Regierung die sagt alle leben auf unseren Kosten was soll das?

00:13:14: Dieses Gefühl, das wissen wir aus Studien, korrespondiert nicht notwendigerweise mit dem Gefühl des Waldvolkes.

00:13:22: Wenn sie sich den Meinungsmonitor angucken, denen die Wall regelmäßig erhebt dann ist aus dem Jüngsten aus diesem Jahr ersichtlich dass viele Menschen sagen war allen Schwierigkeiten, die wir hier haben.

00:13:37: Wir wollen trotzdem solidarisch sein in der Welt und wenn ich es mal politisch werden darf Ich halte das für politisch absolut kurzsichtig, an der Stelle zu kürzen wo wir Freunde in dieser Welt und Allianzen haben.

00:13:53: Wir befinden uns in einer Welt die geopolitische Umbruch ist.

00:13:57: Haben wie es nicht notwendig Menschen und Regierungen und Freunde in diese Welt zu haben den man dann auch mal hilft?

00:14:07: Ist es nicht notwendig wenn So einen hohen humanitären Bedarf haben, wie schon seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr.

00:14:16: Es gibt über dreihundert Millionen Menschen die von humanitärer Hilfe abhängig sind und ich rede jetzt nicht über die absolut armen.

00:14:23: Das ist dann nochmal da kommen noch mal eine Milliarde drauf und wenn man die anderen armen dazu rellt sind wir schnell bei drei Milliarden menschen Die bei weitem nicht den lebensstandard haben und haben können denen wir haben.

00:14:37: diese menschen werden versuchen das Beste aus ihrem Leben zu machen.

00:14:41: Das erleben wir beispielsweise beim Thema Flucht und Migration, aber gerade die von der Katastrophe betroffenen, der humanitären Katastrofe im Sinne von Kriege- und Gewalt und im Sinne vom Erdbeben über Flutung und Dürren.

00:14:58: Diese Menschen stehen häufig vor dem Nichts und brauchen akute Hilfe.

00:15:03: Warum wir uns da zurück sind ist mir völlig schleier!

00:15:07: Zumal das, was sie einsparen im Bundeshaushalt.

00:15:11: Im Promilbereich ist... Was soll das?

00:15:14: Wenn ich Null, zwei Prozent des Bundesha Haushalts einspare, ja da habe ich ja nix gewonnen!

00:15:19: Also das ist mir schlichtweg unverständlich und wird von den meisten Menschen so auch nicht getragen.

00:15:26: Wir sehen das weil die Anzahl der Privatspender, die uns helfen jetzt steigt.

00:15:33: Also es gibt einen Gegentrend gegen diese politische Entscheidung.

00:15:37: Was deutlich zeigt, das wird so vom Wahlvolk gar nicht mitgetragen.

00:15:42: Klar!

00:15:42: Ein Teil wird das immer mittragen.

00:15:44: und was wir auch wissen die meisten Menschen, die sagen wir müssen da mal ein bisschen zurückfahren überschätzen dass was eingesetzt wird für die Entwicklungszusammenweite und die humanitäre Hilfe bei Weitem... Ich sage mal es sind ein paar Kröten Es sind wirklich gerechnet auf dem Bundeshaushalt wenig Mittel.

00:16:09: Es ist ja so, dass dann schon argumentiert wird.

00:16:12: das wie sie am Anfang sagten, dass wir uns erst mal um unsere Probleme hier vor Ort kümmern müssen sag ich mal und genau.

00:16:20: aber die dramatische Fehlentwicklung ist ja auch besonders ungerecht weil viele Menschen die vor allen Dingen die katastrophalen klimatischen Folgen betreffen Also diejenigen, die am härtesten von der Klimawandel folgen betroffen sind.

00:16:35: Die haben ja am allerwenigsten dazu beigetragen.

00:16:37: also bedeutet wir als Industrienation tragen doch eine Verantwortung, der wir gerecht werden müssen oder?

00:16:43: Jawohl sehr deutlich also unser Wohlstand begut ja darauf dass wir uns haben entwickeln können auf der Grundlage vom fossiler energie unter anderem Was heute dazu führt, dass diese Dürren und Überschwemmungen, über die ich gerade gesprochen habe oder Nähpark der Abgang dieser Flüsse, der Gletscher.

00:17:04: Die Tausende von Menschen mit denen Tod reißen das kommt weil wir die Welt verschwutzt haben, die Atmosphäre verschwutzten.

00:17:12: Das war nicht die Nähpferlesen ja?

00:17:14: Und wir haben immer noch... Wir merken es jetzt auch.

00:17:17: dieser Sommer hat uns sehr deutlich gezeigt wie es ist wenn man somit vierzig Grad lebt.

00:17:22: Gibt ganze Länder, die haben das jedes Jahr und zwar monatelang.

00:17:27: Und zwar induziert über den Klimawandel.

00:17:31: Was machen sie denn mit ihrem Saatgut?

00:17:32: Was machen Sie mit ihren Feldern wenn sie keine Bewässerungssysteme haben?

00:17:36: Was machten Sie mit dem was alles fortgeschwemmt wird?

00:17:39: Bangladesch Pakistan stand zur Hälfte unter Wasser in den letzten Jahren.

00:17:43: Zur Hälften des Landes!

00:17:45: Wir sind traurig über eine Art Flut Das ist richtig und wir sind heute noch dabei die Schäden zu reparieren.

00:17:53: Das war ganz wenig im Verhältnis zu einem halben Land, das unter Wasser steht.

00:17:58: Also ich glaube wir machen uns die Dimensionen dessen was weltweit passiert gar nicht richtig klar und es ist auch nicht gut für uns.

00:18:08: Ich mag dieses Argument eigentlich nicht so gerne dass es unseren eigenen Interessen widerspricht aber es tut es wenn sonst auf der Welt riesige Probleme die durch den Klimawandel induziert werden hoch kommen, weil am Ende wird es bei uns wieder landen.

00:18:26: Also was bedeutet globale Solidarität für Sie heute im Jahr?

00:18:35: Ich würde so ein bisschen abschichten.

00:18:36: über das Mensch zu Mensch habe ich schon geredet.

00:18:39: Ich würde jetzt gerne noch mal politisch in den Rahmen setzen.

00:18:44: Ich glaube dass wir in riesige Probleme und Konflikte hineinlaufen werden wenn wir nicht sehen, dass wir miteinander in dieser Welt auskommen müssen.

00:18:55: Das inkludiert eindeutig das wirtschaftliche Miteinander.

00:19:00: Handeln über die Grenzen hinweg ist eine Sache Produktionsaustausch, ist eine andere Sache Technologien-Wissenstransfers und eben auch die Aufgabe Menschen mitzunehmen in die moderne Welt hinein.

00:19:16: Und das bedeutet für uns auch, dass wir mit dieser neuen modernen Welt zurechtkommen müssen.

00:19:22: Das bedeutet beispielsweise die Technologien, die wir haben anwenden, damit wir nicht weiterhin dieses Klima schädigen und uns dessen bewusst sind und in dem Bereich sehr deutlich zusammenarbeiten was Kehr übrigens zunehmend tut.

00:19:41: Wir versuchen sehr klar im Bereich Klimawandel mit unseren Partnerorganisationen in Süden zusammenzuarbeiten.

00:19:49: Und technisches Know-how weiterzugeben und sich auszutauschen?

00:19:53: Genau, das fängt ich sage mal bei den Grundbedürfnissen an der Landwirtschaft.

00:20:00: die meisten Arme dieser Welt sind Kleinbauern eigentlich die, die die Welt ernähren sollten Häufig nicht das notwendige technische Wissen haben, um mit diesen neuen Situationen umzugehen.

00:20:13: Das ist eine große Aufgabe von Kehr da zu unterstützen.

00:20:18: Aber was wir auch versuchen, ist viele insbesondere Frauen – aber die haben wir noch gar nicht gesprochen!

00:20:24: Habe ich noch ein ganzes Frage-Departement für Sie?

00:20:28: Genau, insbesondere Frauen sozusagen in die Lage zu versetzen ihr Schicksal in die eigene Hand zu geben Sei es als Kleinbäuerin oder sei es auch, indem wir versuchen sie wirtschaftlich zu ermächtigen.

00:20:41: Ihnen zu helfen kleine Betriebe aufzubauen Handwerksbetriebe Gewerbehandel und so weiter und sofort damit Sie eine alternative Beschäftigungsmöglichkeiten haben, damit Sie Ihre Familien ernähren können Damit Sie ihre Kinder zur Schule schicken können.

00:20:59: Das hört sich jetzt erst mal nicht nach Klimaarbeit an ist das aber ganz klar Weil diese Frauen dann auch verstehen, wo es herkommt und was sie, wie sie darauf reagieren können.

00:21:11: Also das ist wichtig?

00:21:12: Das bedeutet wir müssen auf der wirtschaftlichen politischen Ebene zusammenarbeiten aber natürlich auch auf der menschlichen Ebene.

00:21:18: Das ist jetzt halt der Bereich Frauen und Mädchen.

00:21:21: bei Politischen wollte ich noch einmal kurz nachfragen weil es gibt ja den Loss and Damage Fund.

00:21:25: also das heißt auf der UN-Klimakonferenz... Das war ich, glaube ich.

00:21:30: Es wurde ja beschlossen, dass die Industrienationen einen Fonds einrichten zur Entschädigung von Klimaschäden in den verwundbaren Entwicklungsländern.

00:21:40: Läuft jetzt nicht so gut?

00:21:41: Nicht so gut wie es klingt?

00:21:42: Wie stehen Sie zu solchen Fonds oder diesem Fonds speziell?

00:21:47: Ja, der Los und Damagesfond das kann man... Glaube ich sagen, ist ja eingerichtet worden nach den vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen wie Kehr.

00:21:58: Wie kirchliche Organisationen, wie andere auch darauf gedrängt haben um zu sagen Auch wenn wir natürlich gegen die Klimawandel kämpfen müssen es ist schon sehr viel kaputt gegangen Es ist schon wieder verloren Los Damage Und wir sind verantwortlich

00:22:15: dafür.

00:22:15: Wir sind verantwortlich und diejenigen, die das verloren haben sei es infrastruktures ein riesiges Thema.

00:22:22: Da müssen wir helfen dass man damit umgehen kann Dass das wieder aufgebaut wird und zwar in der resilienten art und Weise.

00:22:30: Und dann ist dieser von eingerichtet worden.

00:22:33: Der ist natürlich bei weitem nicht ausreichend ausgestattet.

00:22:38: Übrigens wie fast alle klimafondses gibt Das muss man auch dazu sagen, knapp an die Siebzig-Klimafonds.

00:22:45: Die alle unterausgestattet sind.

00:22:48: Ob man nur siebzig dafür braucht?

00:22:50: Da kann man sich wirklich drüber streiten.

00:22:53: oder ob es nicht besser wäre das zu poolen und damit die Administration geringer zu halten.

00:22:58: Aber das sind dann wieder technische Fragen der Klimaverhandlungen.

00:23:02: Ich glaube, dass wird jetzt hierzu weitführen.

00:23:04: Ja aber alle diese Fonds sind unteraus gestattet keiner reicht.

00:23:11: Ja es scheint politisch schwer vermittelbar zu sein, Klimaschutz und auch das Thema Menschlichkeit.

00:23:18: Also das sind eben Dinge die wirtschaftlich jetzt auf den ersten Blick erst mal nicht effizient wirken und vielleicht ist das der Grund warum da so wenig passiert weil man kann sich anders ja gar nicht erklären.

00:23:31: aber auch da müssen Menschen wie sie und ich ja Studien lesen und erkennen was das irgendwann einmal für katastrophale finanzielle Folgen haben kann.

00:23:39: Aber das sind dann wahrscheinlich Legislaturperioden, da hoffen viele.

00:23:43: Dann sind sie nicht mehr in der Verantwortung?

00:23:45: Ich weiß es nicht!

00:23:47: Ja ja man kann sich natürlich fragen wir wissen... Gucken Sie mal in die berühmte Rio-Konferenz twointenzehnzweihneinzig.

00:23:57: Da ist schon der Klima-Rat gegründet worden.

00:23:59: also wir wissen das seit Minimum vierzig Jahre und es geht nur ganz langsam voran.

00:24:07: Mein Studenten sage ich immer, die gute Nachricht ist es geht voran.

00:24:11: Die schlechte Nachricht isst viel zu langsam voran!

00:24:14: Die gute Nachicht ist aber auch dass die Länder heute zu den Hauptimitanten gehören und das sind New Kids on the Block, die neuen sich entwickelnden Länder wie China und Indien haben das bereits verstanden.

00:24:30: Ein indischer Kommentator einer der der großen Vordenker in Indien hatte einen großen Artikel veröffentlicht, als sich Straße von Normus gesperrt wurde.

00:24:41: Der hat gesagt die einzig strategische Antwort, die Indien darauf finden sollte ist es die erneuerbaren Energien weiter auszubauen damit wir uns unabhängig machen.

00:24:53: das war also gar nicht ein Klima Argument sondern zu sagen Wir müssen in energiepolitisch unabhängig werden von solchen geopolitischen Distorsionen, die wir immer wieder haben.

00:25:05: Die Chinesen sind diejenigen, die am schnellsten die Solarenergie aufbauen weltweit.

00:25:11: Die bauen noch weiterhin Kohle aus.

00:25:13: auch das gehört zur Realität und so weiter zu.

00:25:17: der Energiebedarf ist riesig dort.

00:25:19: aber die haben das verstanden Und ich habe manchmal den Eindruck, die haben es besser verstanden als wir hier

00:25:26: Und Sie haben vielleicht dann auch manchmal mehr Mut, Dinge umzusetzen und auch gegen vielleicht Kritik- und Widerstände das durchzusetzen?

00:25:35: Ja ich sag mal so.

00:25:36: Wir haben ja in Deutschland ziemlich gut gestartet.

00:25:39: Das Wort Energiewende ist inzwischen ein internationales Wort.

00:25:43: Das versteht man auf der Welt überall.

00:25:46: Es wie Rucksack ist ein deutsches Wort was richtig Karriere gemacht hat.

00:25:51: Kindergarten nur noch mit dazu.

00:25:54: Wir sind inzwischen etwas langsamer geworden hier in der Bundesrepublik, ja es gibt Widerstände.

00:26:01: wir bauen aus, wir sind bei über sechzig Prozent erneuerbaren Energien im Strombereich aber das reicht nicht.

00:26:07: nochmal, zwei und neunzig war Rio!

00:26:10: Wir schreiben das Jahr sechsundzwanzig, wir müssen viel schneller sein.

00:26:14: Was kann Kerr noch tun Frau Warning?

00:26:16: was fordern sie noch?

00:26:19: Ja, das ist auch ein Aspekt der uns wichtig ist.

00:26:23: Nicht nur dass wir vor Ort den Menschen beistehen sondern dass wir uns auch in diese Debatten einbringen die wir jetzt gerade eben so ein bisschen an diskutiert haben.

00:26:34: Dass wir versuchen bei den Klimakonferenzen dabei zu sein und zwar nicht um das zu sagen was sie alle sagen im Prinzip auch wissen sondern unsere Erfahrungen aus den Projekten vor Ort einzubringen.

00:26:46: Und zu sagen, was macht das denn vor Ort?

00:26:49: Wie wirkt sich das aus?

00:26:51: Welche Möglichkeiten haben wir dann vor Ort weiterhin um da mit auszubauen?

00:26:58: Warum ist Los End Damages wichtig?

00:27:02: Warum dürfen wir diese Aspekte nicht vergessen und dass es eine politische Arbeit die wir für wichtig halten um diesen Beitrag mitzuleisten Und zu sagen, auch so ein Stück Testimonial zu sein und zu sagen es macht etwas mit diesen Menschen.

00:27:23: Und das dürfen wir nicht zulassen?

00:27:26: Ja!

00:27:26: Wir dürfen nicht zulassen dass wir Menschen in Not vergessen und uns nicht wie damals um sie kümmern ganz unabhängig davon ob Sie jetzt bei uns direkt in der Nachbarschaft wohnen oder am anderen Ende der Erde.

00:27:41: Ja, vielleicht nochmal einen kleinen Aspekt durch immer ein bisschen vorsichtig reagieren.

00:27:46: Dieses Umsi kümmern sich natürlich im Wesentlichen um sie selber.

00:27:50: Selbst

00:27:51: ermächtigen wäre wahrscheinlich besser?

00:27:52: Die Ermächtigung.

00:27:55: Wissen Staatkapitalmöglichkeiten schaffen.

00:28:00: ich red jetzt nicht vom Opfer das gerade in einem Erdbeben war oder von der Flut überrascht wurde sondern über die viele Millionen Menschen.

00:28:09: Darf ich mal eine Zahl sehen?

00:28:10: Wir erreichen sechsundfünfzig Millionen Menschen weltweit.

00:28:13: Es ist keine Kleinigkeit!

00:28:15: Sechsundfünftig Millionen Menschen werden durch unseren Bereich.

00:28:20: Und die meisten dieser Menschen wollen ihr Schicksal in ihrer eigenen Hände nehmen und können das immer eindruckenderweise, wenn wir dazu sozusagen ein Stimulus setzen können oder Unterstützung geben können sie nicht kümmern.

00:28:35: Das tut sich schon selber.

00:28:38: Das ist glaube ich das was in die Zukunft führen wird.

00:28:42: Da wären wir auch nochmal bei den Frauen und Mädchen, weil sie sechzehn Komma.

00:28:45: fünf Millionen davon sind Frauen und Mädchen.

00:28:47: Wieso?

00:28:47: es ist vor allen Dingen wichtig Frauen zu unterstützen und zu ermächtigen?

00:28:54: Auf zwei Gründen.

00:28:55: zum einen sind es diejenigen die in Armutssituationen und Katastrophen am meisten leiden.

00:29:03: Wenn sie arm sind, finden Sie beispielsweise in vielen Gesellschaften das Frauen weniger Nachungsmittel und Kalorien bekommen.

00:29:13: Weil sie erst mal in der Familie an die Kinder und an die Männer verteilt.

00:29:16: Frauen sind diejenigen, die weniger Einkommen in der Hand halten.

00:29:20: Die weniger Mitsprachemöglichkeiten in Familie und Gemeinschaft haben.

00:29:26: Frauen aber auch diejenigen wenn sie denen helfen die nicht nur sich um sich selber kümmern, sondern um die gesamte Familie und um die Community.

00:29:36: Frauen sind übrigens die besseren Kreditnehmerinnen.

00:29:39: Wir haben riesige Spar- und Kreditgruppen aufgebaut.

00:29:45: Da dürfen Männer auch mitmachen aber es geht im Wesentlichen um Frauen.

00:29:49: Und wenn die untereinander sich Geld ausleihen oder wir ihnen die Möglichkeit verschaffen sich bei Banken Geld auszuleihen, was ja meistens nicht können.

00:29:59: Weil sie keine Bankhistorien haben, kein Bankkonto haben, keine Kreditwürdigkeit haben die wir ihnen beispielsweise verschaffen können?

00:30:09: Dann sind diesejenigen sehr ordentlich mit umgehen das zurück zahlen und da kleine Unternehmen aufbauen Arbeitsplätze schaffen usw.

00:30:20: Das heißt wenn Sie den einen Euro einsetzen, um eine Frau zu unterstützen werden sie sehr viel vorausbekommen.

00:30:27: Sehr effizient!

00:30:29: Also auf der einen Seite die Bedürftigkeiten und es ist schlichtweg effiziente.

00:30:35: Was woran man auch mal wieder erkennt, weil wir haben ja immer die siebzehn SDGs.

00:30:38: Die globalen Nachhaltigkeitsziele, die ja bis zwei Tausend Dreißig erreicht werden sollten.

00:30:42: und Ziel Nummer fünf lautet Geschlechtergerechtigkeit.

00:30:45: Und wenn Sie davon erzählen, dann merken wir auch wie wichtig das wäre einfach für eine moderne Welt aber auch für eine bessere Welt, wenn wir dieses Ziel mal erreichen

00:30:55: würden?

00:30:56: Ja, und wenn sich Frauen einbeziehen in politische Entscheidungen, wirtschaftliche Entscheidungen dann bekommen sie einen Schub nach vorne für die gesamte Gemeinschaft, für die ganze Wirtschaft.

00:31:10: Das ist einfach so, das ist durch hunderte von Studien belegt da brauchen wir gar nicht lange drüber also wissenschaftlich belegt und wir ermerken es in unserer Arbeit jeden Tag.

00:31:23: Also ein Appell ermächtigt eure Frauen

00:31:26: Das gilt weltweit.

00:31:29: Sie kennen ja die Entwicklungszusammenhänge aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, aus der Zivilgesellschaft, der kirchlichen Arbeit und dem Ministerium.

00:31:37: Dann jetzt heute der großen Hilfsorganisationen was macht für sie gute Zusammenarbeit aus?

00:31:42: Also was braucht es damit sie wirksam und effektiv sein kann?

00:31:47: Ja das Wort Zusammenarbeit umreist das

00:31:53: schon.

00:31:55: also man darf davon ausgehen, dass die Menschen mit denen wir arbeiten in der Lage sind ihr Leben in die Hand zu nehmen.

00:32:02: Und ihnen an irgendeiner Stelle sozusagen etwas fehlt sei es Ausbildung, sei es Zugang zur Kapital, sei das Land, sei ist Freiheit von Gewalt, sei politische Beteiligung also irgendetwas was sozusagen in diesem Potpourri fehlt damit diese Menschen sich selber ermächtigen können und wenn ich jetzt auf die staatliche gehe, dass Staaten gut regiert werden können.

00:32:33: Also das Thema Zusammenarbeit ist das Entscheidende.

00:32:37: immer daran denken, dass nicht wir sind, wir können keine Gesellschaften von außen entwickeln aber wir können Impulse setzen Wir können Hilfestellungen geben.

00:32:50: Das ist schon da, das können wir machen.

00:32:52: Wir können uns austauschen, wir können Technologie transferieren und so weiter und so fort.

00:32:58: Das setzt... Das ist die Voraussetzung für gute und langfristige Arbeit.

00:33:05: Wir könnten beispielsweise als Care-Hilfsorganisation darauf achten dass das was wir als Projekt anstoßen in die örtlichen Systeme indigniert werden.

00:33:16: Beispiel Wir haben jetzt im Mardagasker den Fall, dass wir feststellten es gibt ganz hohe Ausfälle am Unterrichtsbeteiligung von Mädchen.

00:33:26: Und zwar in dem Moment wo sie ihre Periode bekamen.

00:33:31: Warum?

00:33:32: Weil die Mädchen wenn sie Periodes bekommen zu Hause blieben.

00:33:35: und Wenn man dann weiter geht stellt man sehr schnell fest das in den Schulen jegliche Vorrichtungen fehlen Die Mädchen brauchen um während der Periode am Schulunterricht teilnehmen zu können von Toiletten über Waschgelegenheiten, über Räume und so weiter und so fort.

00:33:50: Also haben wir das in Pilotschulen eingerichtet und in so vielen Pilotschulen eingerichtet und die dazugehörigen Daten gesammelt.

00:33:58: also wie setzt sich das um?

00:34:00: In die Schulbeteiligung von Mädchen und haben festgestellt Das geht deutlich nach oben.

00:34:05: Also Mädchen verlieren deutlich weniger Unterricht.

00:34:08: Das wiederum haben wir mit der Regierung verhandelt Und die Regierung hat das jetzt in ihr eigenes Schulprogramm übernommen und rollt es in der Fläche aus.

00:34:18: Das heißt, wer kommt mit fair care diesen Stimmeluss setzen?

00:34:22: Den Nachweis führen ist funktioniert und dann ist auch eine Regierung bereit, dass aufzunehmen und umzusetzen.

00:34:31: Wie

00:34:31: kriegt man, wir nennen das Skalieren wie bekommt man das hin, dass erfolgreiche Ansätze so simpel wie sie sind wird es ja erstmal völlig simpel und logisch an, wurde aber nicht gemacht.

00:34:44: So!

00:34:44: Und dann solche Art von Ansätzen kann man sehr schnell skalieren.

00:34:50: wir müssen also immer auch mit den Regierungen vor Ort im Gespräch sein und sagen Guck mal das ist die Erfahrung, die wir hier gemacht haben.

00:34:56: Ist das nicht was für euch um das zu integrieren?

00:34:58: Könnt ihr das nicht auswollen?

00:35:00: Könnte ihr's nicht multiplizieren?

00:35:02: Das passiert in ganz vielen Ecken dieser Welt mit ganz unterschiedlichen Ansätzen.

00:35:08: Das ist gute Zusammenarbeit.

00:35:10: Welche Rolle können Unternehmen dabei spielen, auch über ihre eigene Emissionsminderung hinaus ein Beitrag zu globaler nachhaltiger Entwicklung zu leisten?

00:35:19: Naja also Unternehmen kann ganz viel tun.

00:35:24: Sie können mal ganz bei der Basis zu bleiben, gute Arbeitsplätze schaffen und Steuern zahlen.

00:35:30: das wäre schon mal ziemlich viel.

00:35:34: Und darüber hinaus können Unternehmen natürlich Und das ist jetzt mal weg von der unmittelbaren Arbeit mit den marginalisierten Menschen.

00:35:45: Sie können natürlich ihre gesamten eigenen Prozesse hin zu einer ressourcenschonenden, energischonenden Wirtschaft führen.

00:35:53: Das wäre schon sehr viel um dann Folgen vom Klimawandel und Abfall von Ressourcenausbeutung usw.

00:36:02: zu reduzieren.

00:36:05: Landbedarfe und alles was dazu gehört.

00:36:08: Also da können Sie jetzt eine ganze Vorlesung drüber machen, aber ich bin ja heute nicht als Professorin hin.

00:36:15: Aber was können Unternehmen tun um sozusagen solche Arbeit wie wir es tun zu unterstützen?

00:36:20: und das tun sie auch?

00:36:23: Wir haben sehr viele Unternehmen die uns helfen.

00:36:26: Die uns entweder per Cash helfen indem sie uns Mittel in die Hand geben mit dem wir etwas tun.

00:36:33: Aber wir arbeiten auch mit Unternehmen zusammen, die pro Bono arbeiten im Bereich IT uns helfen, im Bereich Rechtsberatung uns helfen.

00:36:42: Im Bereich Logistik uns helfen.

00:36:46: Also da kann man schon sehr viel tun also auch mit den Dingen die Firmen ohnehin zur Verfügung haben und es gibt dann großen große Möglichkeiten der Zusammenarbeit was von vielen Firmen auch gerne genutzt wird und da sind wir sehr dankbar für Und hoffen natürlich, dass wir viel mehr Firmen noch finden.

00:37:10: Die bereit sind uns zu unterstützen in welcher Form auch immer.

00:37:15: das lässt sich gerne miteinander durchdiskutieren und überlegen.

00:37:21: Ich glaube gut ist, dass man halt weiß also sie gibt und dass die Möglichkeit auch für eine klingt eigentlich sogar nach einer unkomplizierten Zusammenarbeit besteht Dass man erst mal in den Austausch tritt.

00:37:34: Was treibt Sie persönlich an, sich seit Jahrzehnten für Entwicklung und globale Gerechtigkeit einzusetzen?

00:37:41: Ich glaube dass diejenigen, die Armut vor Ort mal erlebt und gesehen haben mit all seinen Facetten auch mit den emotionalen Momenten, die da drin stecken.

00:37:53: Und es gibt so paar emotionale Schlüsselmomente, die man erlebt wo man sagt das will man nicht.

00:38:00: also solche Situationen will man Obobe sagt, das übersetzt sich jetzt sozusagen in den Handeln.

00:38:07: Das kann man ehrenamtlich machen, das kann man hauptberuflich machen.

00:38:12: Bei mir hat es halt dann eine berufliche Laufbahn sich übersetzt, wo ich mich mit diesen ganzen Themen internationaler Zusammenarbeit nachhaltigteit, Armuts bekämpfung und da gehört der Klimawandel mehr rein weil er der größte Klima Treiber ist, der größter Armutstreiber Ja, dann hat sich das bei mir sozusagen eine wirkliche Laufbahn ausgewirbt.

00:38:38: Aber der Stimulus liegt tatsächlich schon im Schulbereich.

00:38:42: also in der Schule bin ich schon mit diesen Themas zusammengekommen auf das gesehen und im Studium habe ich ein Praktikum in Indien gemacht und dann war es um mich geschehen sozusagen.

00:38:56: Also

00:38:57: d.h.,

00:38:58: es war schon früh angelegt dass sie sich da hingehend einsetzen.

00:39:02: Frau Warning, ich danke Ihnen sehr für das Gespräch.

00:39:06: Gerne!

00:39:06: Vielen lieben Dank Prof.

00:39:08: Dr.

00:39:08: Claudia Warning eine der erfahrensten Stimmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist Präsidentin von Kerr Deutschland und erlebt gerade eine Entwicklung die wir nicht weiter unterstützen sollten nämlich die humanitäre Hilfe wird immer mehr gebraucht aber weltweit werden Gelder für humanitär Hilfe immer weiter gekürzt.

00:39:27: Wir dürfen unsere Menschlichkeit nicht verlieren, das ist ein Appell, den ich jetzt mal an alle richte.

00:39:33: Das war wieder eine Folgegrad global der Podcast für Entwicklung und Klima, der Stiftung Allianz für Entwicklung & Klima.

00:39:38: Mein Name ist Anja Bacaus und ich freue mich wenn Sie uns liken!

00:39:42: Und noch mehr freue ich mich wenn sie den Podcast abonnieren.

00:39:44: dann verpassen Sie auch keine Ausgabe auf Wiederhören.

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